Aktuelles
Zecken
Mit dem Frühling kommen leider auch die Zecken: Wie Ihnen sicher
bekannt ist, können diese kleinen Tierchen belastet sein mit gefährlichen
Erregern, welche akute, chronisch bis tödlich verlaufende Erkrankungen
auslösen können. Zu der bislang in unserer Region bekannten Art
des Holzbocks ist wetterbedingt in zunehmendem Maße auch eine Verbreitung
der so genannten Auwaldzecke zu bemerken. Die Auwaldzecke kommt ursprünglich
aus südlicheren Gefilden und kann Krankheitserreger übertragen,
welche uns normalerweise nur als Reisekrankheiten (z.B. Ehrlichiose) bekannt
sind.
Gegen beide Arten sind Zeckenmittel wirksam. Halsbänder oder "spot
on"- Präparate können angewendet werden - bitte sprechen
Sie uns an.
Als zusätzliche Prävention besteht noch die Möglichkeit einer
Impfung gegen die durch Zecken übertragenen Borreliose-Erreger (Achtung:
diese Impfung ist nicht bei der normalen Kombi-Impfung dabei und wird zusätzlich
zum regulären Impfschutz angeboten).
Kurz gefragt zum Thema Zecke:
1. Wie werden Zecken entfernt?
Manch einer findet das Drehen einfach, andere bevorzugen das Ziehen der
Zecke. Beide Möglichkeiten sind erlaubt. Zecken haben kein Gewinde
- es ist ohne Bedeutung, in welche Richtung gedreht wird. Wichtig sind beim
Entfernen das möglichst hautnahe Ansetzen (möglichst nah am Kopf
der Zecke) sowie der vorsichtige Zug, um den Kopf nicht abzureißen.
Die Hautstelle sollte anschließend desinfiziert werden, z.B. mit H202
3%.
Achtung: Unter keinen Umständen sollten Sie zur Entfernung von Zecken
Klebstoffe, Alkohol, Öl oder ähnliches verwenden. In ihrem Todeskampf
sondert die Zecke vermehrt viel Körperflüssigkeit, unter Umständen
versetzt mit den krankmachenden Erregern, ab.
Trauen Sie sich das Entfernen von Zecken nicht zu, helfen wir Ihnen gerne
weiter.
2. Welche Hilfsmittel sind zur Entfernung von Zecken erlaubt?
Zeckenzangen, Zeckenkarten, Zeckenschlingen - auch die herkömmliche Pinzette kann zur Entfernung der Zecken genutzt werden. Sollten Sie diese kleinen Werkzeuge nicht griffbereit haben, hilft auch ein Faden (um die Zecke gelegt und anschließend herausgezogen). Natürlich sind auch Fingernägel einsetzbar - bitte achten Sie bei jeder Variante darauf, die Zecke nicht zu zerquetschen.
3. Was tun, wenn der Kopf doch stecken bleibt?
Im Regelfall ist das nicht so schlimm, da der Körper diesen wie einen Fremdkörper behandelt und nach einiger Zeit abstößt. Allerdings bedeutet der Abriss auch, dass die Zecke dann möglicherweise besonders viel Sekret abgesondert hat.
4. Ab welchem Zeitpunkt werden nach dem Zeckenstich die Erreger übertragen?
Grundsätzlich gilt: Ein rasches Entfernen mindert das Risiko, zu erkranken
oder anders formuliert: Die Infektionsgefahr steigt mit der Dauer der Blutmahlzeit
an.
Die mögliche Übertragung erfolgt:
- bei den Borrelien zwischen 6 und 48 Stunden
- bei den Erregern der Anaplasmose innerhalb von 24 Stunden
- die Erreger der Babesiose in Ausnahmefällen bereits mit dem Zeckenstich.
5. Welche Tiere können von den Zeckenstichen betroffen sein?
Die Zecke nutzt als Wirte Säugetiere (Hund, Katze, Nager, Paarhufer, Fledermäuse etc.), aber auch Vögel und Reptilien.
6. Sind pflanzliche Mittel ein wirksamer Zeckenschutz?
Nach dem momentanen Kenntnisstand ist eine Prävention mit pflanzlichen Präparaten (z.B. Knoblauch, ätherische Öle) keine Alternative und als nicht wirksam genug einzustufen.
7. Besonderer Schutz des Tieres im Urlaub notwendig?
Bitte informieren Sie sich vor Reiseantritt über den höchst wichtigen Schutz für Ihr Tier. Zecken und auch Mücken sind in südlicheren Gefilden (Mittelmeerraum, Nordafrika, auch osteuropäische Länder) stärker mit Krankheitserregern belastet als in Deutschland. Wie bereits dargestellt, ist der Verlauf dieser Erkrankungen oftmals schwerwiegend bis tödlich - eine entsprechende Prävention ist aus unserer Sicht nicht nur zu empfehlen, sondern ein absolutes MUSS.
Lesen Sie hierzu mehr unter unserer Rubrik Leistungen/Verreisen mit dem Haustier/Reisekrankheiten.
Eine Empfehlung zum Schluss: Witterungsbedingt können Zecken bis spät
in das Jahr hinein aktiv sein - dementsprechend empfehlen wir Ihnen, auf
einen fast ganzjährigen Schutz für Ihr Tier zu achten.
Sollten noch Fragen offen sein: Wir nehmen uns Zeit für Sie und Ihre Fragen!


